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Donnerstag, 13. August 2015

+++ RCDS Halle spricht sich gegen diskriminierende Änderung der Stura-Geschäftsordnung aus +++

+++ RCDS Halle spricht sich gegen diskriminierende Änderung der Stura-Geschäftsordnung aus +++

Am nächsten Montag beschäftigen wir uns auf der Stura-Sitzung erneut mit dem Thema "quotierte Rednerliste". Bei diesem System sollen immer abwechselnd ein weiblich und ein männlich sozialisierter Mensch an die Reihe kommen, anstatt die Meldungen für Wortbeiträge chronologisch abzuarbeiten.

Warum wir davon nicht viel halten, legen unsere Vorsitzenden Laura Lütt und Philipp Dreyer da:

Zunächst ist zu bemerken, dass dem RCDS alle Geschlechter gleich viel wert sind und eine quotierte Rednerliste so bei unterschiedlicher Anzahl der männlichen und weiblichen Redner nicht im Sinne der Gleichberechtigung wirkt, sondern die einzelnen Redner einer Rednergruppe benachteiligt. Jede Stimme ist gleich viel wert, unabhängig des Geschlechts. Die quotierte Rednerliste widerspricht dem, da sie Männer in eine Gruppe einordnet und die weiblichen und Transgender-Redner in eine andere. Dies diskriminiert eher, als dass es Diskriminierung vorbeugt.
Geht man davon aus, dass eine quotierte Rednerliste gegen Diskriminierung einer der Rednergruppen (männliche oder "restliche" Gruppe) wirken soll, so sehen wir - wie auch die Antragstellerin selber - hierzu im Stura keinen akuten Bedarf.
Eine Diskriminierungsverhinderung durch die quotierte Rednerliste ist allerdings von vornherein schon zu verneinen. Durch eine quotierte Rednerliste ändert sich das "typisch männliche Diskussionsverhalten" oder das "typisch weibliche Diskussionsverhalten" nicht, sondern nur deren Reihenfolge. Daher verfehlt die quotierte Rednerliste ihren Zweck hier vollkommen.
Auch kommt hinzu, dass durch diese Rednerliste ein dringender Beitrag, auf Grund des Geschlechts des Redners, unter Umständen zu spät in die Debatte einfließt (falls vor ihm/ihr diverse andere "hineinquotiert" werden) und in der weiteren Diskussion nicht berücksichtigt wird.
Die quotierte Rednerliste verfehlt also das Ziel der Diskriminierungsverhinderung, und ist demnach nicht als geeignetes Mittel zu werten. Sie ist lediglich ein Beispiel von Symbolpolitik für scheinbare Gleichberechtigung. Hinterfragt man diese, merkt man schnell, dass eine quotierte Rednerliste nicht sinnvoll ist.
Größtmögliche Fairness ist durch einfaches chronologisches Abarbeiten der Rednerliste zu erreichen - ganz ohne Quote.

Euer RCDS Halle

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